Hilfe: CG Vario

So verbindest du das Flugcockpit mit deinem Arduino Nicla Sense ME, stellst es ein und liest die Werte richtig.

Inhalt

Erster Flug

Schritt 1 von 4

  1. Firmware aufspielen

    Das Cockpit braucht die neue Firmware. Baue firmware/CGVario/CGVario.ino mit Arduino Nicla Sense ME, Core 4.6.0, Arduino_BHY2 1.0.8 und ArduinoBLE 2.1.0 und spiele sie auf. Die Schritte stehen in der Firmware-Anleitung im Projekt.

  2. Cockpit öffnen und verbinden

    Öffne das Cockpit auf iOS in Bluefy oder auf Android in einem Browser mit Web Bluetooth und verbinde dich mit deinem Nicla. Web Bluetooth braucht HTTPS. Mit dem Antippen von „Verbinden“ schaltest du zugleich den Ton frei.

  3. QNH und Filterprofil einstellen

    Stell QNH und Filterprofil ein. „An Nicla senden“ übernimmt Einzelwerte, die Bestätigung kommt vom Gerät. Auch die Profile wirken auf dem Gerät.

  4. Flug manuell starten

    Tippe auf „Flug starten“: Nullpunkt und Statistik werden neu gesetzt. „Flug beenden“ hält die Statistik fest. Eine Bluetooth-Trennung unterbricht die Berechnung nicht.

Zum Nachschlagen

Das Dashboard

Das Dashboard zeigt die Werte, die der Nicla berechnet:

  • Vertikalgeschwindigkeit in m/s, mit Anzeige für Steigen oder Sinken
  • mittlere Steigrate über das einstellbare Mittelwert-Fenster
  • Flugzeit
  • Höhe nach QNH und relative Höhe
  • maximales Steigen, maximales Sinken und maximale Höhe
  • G-Kraft
  • „Die letzte Minute“: der Verlauf von Steigen und Sinken sowie der G-Kraft

Den Nullpunkt der relativen Höhe setzt du mit „Nullpunkt setzen“. Mit „Flug starten“ werden relative Höhe und Flugstatistik zurückgesetzt, „Flug beenden“ hält Zeit und Extremwerte fest.

Flugstart, Nullpunkt und Flugende laufen bewusst manuell auf dem Gerät per Bluetooth-Befehl. Bei einer Zeitüberschreitung wird nichts automatisch wiederholt, besonders nicht beim Flugstart und beim Nullpunkt. Reißt die Bluetooth-Verbindung ab, laufen Flugzeit, Sensorfusion und Statistik auf dem Nicla weiter.

Das QNH ändert deine angezeigte Höhe, aber nicht die Steigrate und nicht den relativen Nullpunkt. Die maximale Höhe ist die höchste QNH-Höhe, die während des Fluges angezeigt wurde. Ändert sich das QNH, werden frühere Extremwerte nicht rückwirkend korrigiert. Flugzeit, Flugstatistik und relativer Nullpunkt sind Sitzungsdaten.

Einstellungen und Profile

Die Filterprofile Ruhig, Ausgewogen und Direkt erzeugt der Nicla. Ruhig dämpft mehr, Ausgewogen ist für den Einstieg gedacht, Direkt reagiert schneller. Dein QNH bleibt beim Profilwechsel erhalten.

Einzelwerte stellst du hier ein. Die erweiterten Filtereinstellungen sind in der App eingeklappt.

EinstellungBereichWirkung
QNH800 bis 1100 hPaReferenzdruck für die absolute Höhe
Bekannte Höhe−500 bis 9000 mBestimmt das QNH aus dem aktuellen Luftdruck und der Platzhöhe. „QNH übernehmen“ setzt es.
Vario-Dämpfung0,1 bis 2 sGrößer = ruhiger, kleiner = schneller
Mittelwert-Fenster2 bis 30 sDauer, über die Steigen und Sinken gemittelt werden
Barometer-Rauschen0,3 bis 3 mGrößer = weniger Einfluss einzelner Druckwerte
Beschleunigung glätten0,04 bis 0,4 sDämpft Vibrationen vor der Fusion
Prozessrauschen0,02 bis 1 m²/s³Größer = stärkere Barometer-Korrektur

„An Nicla senden“ übernimmt Einzelwerte, die Bestätigung kommt vom Gerät. Die Firmware prüft alle Werte, bevor sie sie übernimmt. Änderungen setzen den Filterzustand nicht zurück. „Standard wiederherstellen“ setzt auch das QNH auf 1013,25 hPa. Ohne Verbindung sind Geräteaktionen deaktiviert.

Was dauerhaft gespeichert wird

Filter, QNH und Audio-Profil speichert der Nicla im internen Flash, sie bleiben nach einem Neustart oder Stromverlust erhalten. Beim Verbinden liest der Browser den Stand vom Gerät und überschreibt ihn nicht aus dem lokalen Browser-Speicher. Eine positive Speicherbestätigung bekommst du erst nach erfolgreichem Schreiben und Gegenlesen. Schlägt das Speichern fehl, bleiben die bisherigen Einstellungen aktiv.

Ein Firmware-Upload mit vollständigem Flash-Erase kann die Einstellungen löschen.

Vario-Ton

Mit dem Antippen von „Verbinden“ aktivierst du zugleich den Ton im Browser. Beim Steigen hörst du mit zunehmender Steigrate höhere und schnellere Pieptöne, beim Sinken einen tiefer werdenden Dauerton.

Probier das Prinzip aus

+1,5 m/s

Beispiel: Piepton, 690 Hz, 190 ms Ton, 350 ms Pause

Schema mit Beispielwerten, nicht die Töne deines Vario-Profils. Die stellst du im Audio-Profil ein. Der Ton startet erst, wenn du auf „Ton an“ tippst. Das Muster zeigt zwei Sekunden.

Audio-Profil

Im Audio-Profil stellst du neun feste Steigratenpunkte ein (−10, −5, −2, 0, 0,5, 1, 2, 5 und 10 m/s), jeweils mit Tonhöhe (80 bis 2500 Hz), Tonlänge (40 bis 1000 ms) und Pause (40 bis 1500 ms). Dazu kommen die Schwellen „Steigton ab“ und „Sinkton unter“. Der Nicla interpoliert zwischen den Punkten linear, nutzt eine kleine Hysterese an den Schwellen und sendet fertige Tonparameter. Der Browser rechnet keinen eigenen Vario-Wert.

Das Profil verlangt monoton steigende Tonhöhen, und beim Steigen darf die Periodendauer nicht zunehmen. Sinken bleibt unabhängig von den Pulsfeldern ein Dauerton. Filterprofile behalten dein Audio-Profil und das QNH.

Pro Stützpunkt gibt es eine Hörprobe von zwei Sekunden. Das Diagramm zeigt deinen Entwurf. Erst „An Nicla senden“ ändert das aktive Profil und speichert es dauerhaft, „Standard wiederherstellen“ setzt es zurück.

Lautstärke und Hintergrund

Die Lautstärke steht standardmäßig auf 75 Prozent, deine Änderung bleibt lokal im Browser gespeichert. Datenverlust, Trennung, eine Unterbrechung des Audios oder das Verlassen der Seite schalten den Ton stumm. In Bluefy lässt du das Dashboard im Vordergrund. Wiedergabe im Hintergrund oder bei gesperrtem Bildschirm ist nicht zugesichert.

Buzzer am Nicla

Der Nicla kann einen Buzzer ansteuern (GPIO3 / Digital 0). Er spielt dieselbe Tonhöhe und Piepsfolge wie am Handy, auch ohne Verbindung. Unter „Buzzer am Nicla“ schaltest du ihn ein und stellst die Lautstärke über die Pulsbreite ein. Mit „An Nicla senden“ speicherst du die Einstellung dauerhaft.

Sensoren und Verbindung

Der Tab „Sensoren“ zeigt Diagnosewerte und den Zustand der Verbindung: Gesamtbeschleunigung, G-Kraft, Magnetfeld und Umweltsensoren. Die Werte kannst du als CSV exportieren. Dazu zeigt der Tab den Empfang in Hz, Paketlücken und das Firmware-Protokoll.

Lineare ENU-Werte, Drehraten und Quaternion werden nicht übertragen.

Hat dein Nicla noch eine alte Firmware, erkennt das Cockpit das, zeigt Rohsensoren und einen Update-Hinweis. Der Browser hat keinen Ersatzfilter.

Geräte-GPS und Karte

Der Tab „Geräte-GPS“ nutzt das GPS deines Telefons oder Tablets, auf dem CG Vario geöffnet ist. Erlaube den Standortzugriff und sorge für freie Sicht zum Himmel, dann werden die Werte genauer.

  • GPS-Höhe, Geschwindigkeit über Grund und Kurs über Grund
  • zurückgelegte Strecke und Durchschnittsgeschwindigkeit
  • horizontale und vertikale GPS-Genauigkeit, letzter Fix und Koordinaten

Strecke und Durchschnitt zählen ab dem GPS-Start, ohne angehaltene Aufnahme und GPS-Lücken. Ungenaue Fixes und kleine Positionssprünge werden verworfen.

Geländekarte

Die Karte zeigt Gelände mit Höhenlinien. Den gewählten Umkreis (Pufferradius 0,5 bis 20 km) puffert die App für die Zoomstufen 10 bis 13 lokal. Detaillierteres Zoomen braucht Internet. Gepufferte Karten bleiben verfügbar, solange der Browser den Speicher behält. Mit „Position folgen“, „Wegspur anzeigen“, „Strecke zurücksetzen“ und „Vollbild“ steuerst du die Ansicht.

Grenzen

Der Filter wurde nur mit synthetischen Bewegungen und Störungen getestet, nicht mit aufgezeichneten Flugdaten. Er ist noch nicht flugerprobt.

Wetterdrift, Staudruck am Gehäuse und zeitversetzte IMU-Werte kann der Filter allein nicht beheben. Vor einer Beurteilung brauchst du eine ruhende Nullmessung, Drehversuche und vertikale Vergleichsbewegungen.

  • Der Nicla misst die Steigrate ohne GPS und Fahrtmesser. Deshalb zeigt das Vario keine erfundene Geschwindigkeit oder Gleitzahl und keine Totalenergiekompensation. Die Geschwindigkeit im Tab „Geräte-GPS“ kommt vom GPS deines Telefons.
  • Der Browser rechnet kein eigenes Vario und hat keinen Ersatzfilter.
  • Ton im Hintergrund oder bei gesperrtem Bildschirm ist nicht zugesichert.
  • Web Bluetooth braucht HTTPS. Auf iOS nutzt du Bluefy, auf Android einen Browser mit Web Bluetooth.

Datenschutz und Kartenquelle

Deine Messwerte bleiben auf deinem Gerät. Die Geländekarte lädt ihre Kacheln von opentopomap.org, dabei wird deine IP-Adresse an diesen Dienst übertragen.

Kartendaten © OpenStreetMap, SRTM. Darstellung © OpenTopoMap (CC-BY-SA).